Frank Balve

 

 

Auszeichnungen und Preise


2012

  • Förderpreis 2012 des Kunstclubs 13, München
  • Danner Preis 2012
  • Preis des Lions Club M├╝nchen f├╝r "bloc"

 

2011

  • Der erste Preis des Akademievereins, Jahresausstellung AdBK 2011
  • Art in Au 2011
  • Danner Preis 2011

 

2010

  • Installation in der Historischen Aula, Jahresausstellung AdBK 2010
  • Filmfest M├╝nchen
  • Art In Au
  • Oskar-Karl-Forster Stipendium

 


├ťberwachung, Medienkonsum, institutionalisierte Gewalt: Frank Balves ├Ąu├čerst vielschichtiges Werk kreist um oft unbequeme Themen von gesellschaftlicher und ethischer Relevanz. Als historische Bezugspunkte dienen ihm dabei Werke der klassischen Literatur, Malerei oder Musik. Balve studiert seit 2009 an der M├╝nchner Akademie f├╝r Bildende K├╝nste bei Norbert Prangenberg. Er arbeitet in den unterschiedlichsten Medien, die er in raumgreifenden Installationen kombiniert. Dabei spielt der 1986 in Merzig geborene K├╝nstler souver├Ąn mit ├╝berkommenen Gattungsbegriffen. Durch zahlreiche Referenzen miteinander verkn├╝pft, offenbaren seine Arbeiten trotz ihrer formalen Heterogenit├Ąt eine ├Ąu├čerst koh├Ąrente ├Ąsthetische Konzeption.
Insbesondere der ├ästhetik des Materials kommt in Frank Balves Schaffen eine zentrale Bedeutung zu. F├╝r die "Papierplastiken" wird etwa in einem eigens entwickelten Verfahren fein zerh├Ąckselter Zellstoff in bis zu hundert Schichten auf eine Tr├Ągerform gespr├╝ht. Die schwer einzuordnende, por├Âs wirkende Konsistenz dieser Oberfl├Ąchen, die an Kalkablagerungen, Asche oder Fossilien erinnert, verunklart die Ursprungsform und ├╝bt auf den Betrachter einen starken visuellen Reiz aus. Auch in der "Konzeptionellen Malerei" spielen Behandlung und Wirkung der Farbmaterie eine prominente Rolle. Den Hintergrund der gro├čformatigen Tafelbilder bilden in der Regel monochrome, geometrisch angelegte Farbfl├Ąchen. Sie werden von zahlreichen Schichten abstrakter Drippings und Farbverl├Ąufe ├╝berzogen, f├╝r die der K├╝nstler die Farbe mit der Hand in einem performativen Akt auf den Bildtr├Ąger wirft. Durch den Gegensatz der fl├Ąchig aufgetragenen Wandfarbe und der lebendigen, haptischen Struktur der Acrylfarbe entsteht ein tiefenr├Ąumlicher Eindruck, der durch die reliefartige Pr├Ąsenz des Farbmaterials unterst├╝tzt wird. Zudem provoziert Balve durch die Mischung der Farbe gezielt Ver├Ąnderungsprozesse: Verl├Ąufe platzen im Lauf der Zeit teilweise ab und in getrockneten Farbseen bilden sich Risse, die an die Krakel├╝ren von ├ľlgem├Ąlden alter Meister erinnern und Assoziationen an die Verg├Ąnglichkeit der Kunst nahelegen.
Diese sich im Formalen ├Ąu├černde Dekonstruktion bildet ein grundlegendes Prinzip im Werk Frank Balves: Kl├Ąnge werden zun├Ąchst kreiert und sodann bis hin zur Unkenntlichkeit wieder verzerrt. Videobilder werden in so gro├čer Zahl ├╝bereinander geblendet, dass der urspr├╝ngliche Inhalt nicht mehr erkennbar ist oder durch extreme Verlangsamung zu nahezu unbeweglicher "Videomalerei" gefroren.
In seinen aufw├Ąndigen Rauminstallationen vereint Balve Malerei, Video, Bildhauerei, Lyrik und Musik zu multimedialen Konzeptionen von musealem Ausma├č, die in Gewicht und Gr├Â├če den ├╝blichen Rahmen sprengen. Auch thematisch geben sich die Installationen sperrig, sie reflektieren aktuelle gesellschaftliche Themen wie den ├ťberwachungsstaat oder die Rolle der Medien in der Gesellschaft. Ausgangspunkt sind h├Ąufig literarische Werke von Dante bis zum Marquis de Sade, mythologische oder biblische Stoffe, die in eine zeitgen├Âssische Bildsprache ├╝bersetzt und aktualisiert werden. Ein wiederkehrendes Element sind hierbei Schaukastensituationen, wie sie in Dioramen, durch Guckl├Âcher oder Performances hinter Glasscheiben entstehen. Der Betrachter wird auf Distanz gehalten, in die Rolle eines voyeuristischen Beobachters gedr├Ąngt und kann so die thematisierten Machtverh├Ąltnisse gleichsam physisch nachvollziehen.